Jedes Jahr stehen tausende Gründer und Unternehmer vor derselben Frage: Soll ich meine Website selber machen oder eine Agentur beauftragen? Die Werbung der Baukasten-Anbieter suggeriert, dass jeder in wenigen Stunden eine professionelle Website erstellen kann. Auf der anderen Seite versprechen Agenturen maßgeschneiderte Lösungen, die von Anfang an alles richtig machen.
Die Wahrheit liegt – wie so oft – in der Mitte. Und sie hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab. In diesem Artikel vergleichen wir alle Optionen ehrlich und objektiv, damit Sie die richtige Entscheidung für Ihr Unternehmen treffen können.
Website-Baukästen: Wix, Jimdo & Squarespace
Website-Baukästen haben in den letzten Jahren enorm an Qualität gewonnen. Plattformen wie Wix, Jimdo und Squarespace richten sich explizit an Nutzer ohne Programmierkenntnisse und versprechen eine fertige Website innerhalb weniger Stunden.
Vorteile von Website-Baukästen
- Niedrige Einstiegskosten: Die meisten Anbieter starten bei 10–25 € pro Monat, Hosting inklusive.
- Keine Programmierkenntnisse nötig: Drag-and-Drop-Editoren ermöglichen das Zusammenklicken einer Website.
- Schneller Start: Eine einfache Website lässt sich an einem Wochenende aufsetzen.
- Hosting inklusive: Sie müssen sich nicht um Server, Updates oder Sicherheitspatches kümmern.
- Responsive Designs: Die meisten Templates sind automatisch mobiloptimiert.
Nachteile von Website-Baukästen
- Eingeschränkte Individualität: Sie bewegen sich innerhalb der Grenzen des jeweiligen Baukastens. Eine wirklich einzigartige Website ist kaum möglich.
- Performance-Probleme: Baukasten-Websites laden oft langsamer als individuell programmierte Seiten, was sich negativ auf das Google-Ranking auswirkt.
- SEO-Einschränkungen: Zwar bieten die meisten Anbieter SEO-Grundfunktionen, aber die Möglichkeiten bleiben hinter dem zurück, was mit einer professionellen Lösung möglich ist.
- Herstellerabhängigkeit (Vendor Lock-in): Ihre Website-Dateien sind fest an den Anbieter gebunden. Ein Wechsel ist aufwändig und oft nur mit Datenverlust möglich.
- Skalierungsprobleme: Wenn Ihr Unternehmen wächst, stossen Sie schnell an die Grenzen des Systems.
Die echten Kosten von Website-Baukästen
Die monatlichen Kosten erscheinen niedrig, aber rechnen Sie ehrlich:
| Kostenpunkt | Betrag pro Jahr |
|---|---|
| Premium-Tarif (Wix, Squarespace) | 150–300 € |
| Eigene Domain | 15–25 € |
| Professionelle Bilder (Stock) | 50–200 € |
| Eigener Zeitaufwand (40–80 Stunden) | 2.000–4.000 €* |
| Gesamtkosten im ersten Jahr | 2.215–4.525 € |
*Berechnet mit einem durchschnittlichen Unternehmer-Stundensatz von 50 €
Die vermeintlich günstige Baukasten-Lösung kostet Sie also deutlich mehr, wenn Sie Ihren eigenen Zeitaufwand ehrlich berechnen.
WordPress: Der Mittelweg?
WordPress ist mit über 40 % Marktanteil weltweit das meistgenutzte CMS. Es positioniert sich zwischen Baukasten und individueller Programmierung und bietet sowohl Vor- als auch Nachteile.
Vorteile von WordPress
- Kostenloses CMS: Die WordPress-Software selbst ist kostenlos.
- Riesige Theme- und Plugin-Auswahl: Zehntausende Erweiterungen für nahezu jeden Einsatzzweck.
- Große Community: Bei Problemen finden Sie schnell Hilfe in Foren und Dokumentationen.
- SEO-freundlich: Mit Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math haben Sie starke Optimierungswerkzeuge.
- Volle Kontrolle: Sie können Hosting, Theme und Plugins frei wählen.
Nachteile von WordPress
- Steile Lernkurve: Ohne Vorkenntnisse benötigen Sie Wochen, bis Sie WordPress wirklich beherrschen.
- Wartungsaufwand: Updates von WordPress, Themes und Plugins müssen regelmässig durchgeführt werden – sonst drohen Sicherheitslücken.
- Performance-Herausforderungen: Viele Plugins verlangsamen die Website spürbar.
- Sicherheitsrisiken: WordPress ist das häufigste Ziel von Hacker-Angriffen, besonders bei veralteten Installationen.
- Keine echte Individualität ohne Code-Kenntnisse: Für ein wirklich massgeschneidertes Design brauchen Sie CSS-, HTML- und oft PHP-Kenntnisse.
Die echten Kosten einer WordPress-Website
| Kostenpunkt | Betrag pro Jahr |
|---|---|
| Hosting | 60–180 € |
| Premium-Theme | 60–100 € (einmalig) |
| Wichtige Plugins (Pro-Versionen) | 100–300 € |
| Eigener Zeitaufwand (60–120 Stunden) | 3.000–6.000 €* |
| Gesamtkosten im ersten Jahr | 3.220–6.580 € |
*Berechnet mit einem durchschnittlichen Unternehmer-Stundensatz von 50 €
Professionelle Webagentur: Die Massschneider-Lösung
Eine professionelle Webagentur wie MOKKA erstellt Ihre Website komplett individuell – von Design über Entwicklung bis hin zur Optimierung für Suchmaschinen.
Vorteile einer Agentur
- Professionelles, einzigartiges Design: Ihre Website sieht nicht aus wie von der Stange, sondern spiegelt Ihre Markenidentität wider.
- Technische Qualität: Sauberer Code, schnelle Ladezeiten, barrierefrei und SEO-optimiert ab Tag eins.
- Beratung und Strategie: Eine gute Agentur berät Sie nicht nur technisch, sondern hilft bei der gesamten digitalen Strategie.
- Zeitersparnis: Sie konzentrieren sich auf Ihr Kerngeschäft, während die Agentur die Umsetzung übernimmt.
- Skalierbarkeit: Professionell entwickelte Websites wachsen mit Ihrem Unternehmen mit.
- Support und Wartung: Bei Problemen haben Sie einen festen Ansprechpartner.
- Rechtssicherheit: DSGVO-Konformität, Impressum und Cookie-Hinweise werden professionell umgesetzt.
Nachteile einer Agentur
- Höhere Anschaffungskosten: Eine professionelle Website kostet mehr als ein Baukasten-Abo.
- Längere Projektlaufzeit: Von Konzept bis Launch vergehen in der Regel 2–6 Wochen.
- Kommunikationsaufwand: Sie müssen Briefings geben, Feedback geben und Entscheidungen treffen.
Die echten Kosten einer Agentur-Website
| Kostenpunkt | Betrag |
|---|---|
| Professionelle Website (KMU) | 2.500–8.000 € |
| Hosting und Wartung (pro Jahr) | 200–600 € |
| Gesamtkosten im ersten Jahr | 2.700–8.600 € |
| Folgekosten pro Jahr | 200–600 € |
Im Vergleich zu den echten Kosten eines DIY-Ansatzes (inklusive Ihres Zeitaufwands) ist eine Agentur oft gar nicht so viel teurer – und Sie bekommen ein deutlich besseres Ergebnis.
Entscheidungsmatrix: Wann was sinnvoll ist
Nicht jedes Unternehmen braucht eine Agentur-Website. Und nicht jedes Projekt lässt sich mit einem Baukasten vernünftig umsetzen. Hier ist eine ehrliche Entscheidungshilfe:
DIY (Baukasten) ist sinnvoll, wenn...
- Sie ein Einzelunternehmen oder Freiberufler sind und ein reines Online-Visitenkarten-Portfolio brauchen
- Ihr Budget streng limitiert ist (unter 500 € für alles)
- Sie technisch affin sind und Spass am Ausprobieren haben
- Ihre Website keine geschäftskritische Funktion hat (kein Online-Shop, keine Buchungen)
- Sie Zeit haben und diese bewusst investieren wollen
WordPress ist sinnvoll, wenn...
- Sie technische Grundkenntnisse haben oder bereit sind, diese aufzubauen
- Sie eine Blog-Plattform oder Content-Website aufbauen möchten
- Sie langfristig Content pflegen und SEO betreiben wollen
- Sie Flexibilität bei Funktionen benötigen, aber kein grosses Budget haben
Eine Agentur ist sinnvoll, wenn...
- Ihre Website Umsatz generieren soll (Online-Shop, Buchungssystem, Lead-Generierung)
- Sie eine professionelle Aussenwirkung brauchen, die Vertrauen bei Kunden schafft
- Sie keine Zeit haben, sich selbst mit Technik zu beschäftigen
- Ihre Website spezielle Funktionen braucht, die Baukästen nicht bieten
- Sie rechtlich auf der sicheren Seite sein wollen (DSGVO, Barrierefreiheit)
- Sie langfristig wachsen möchten und eine skalierbare Lösung brauchen
Die versteckten Kosten von DIY
Viele Unternehmer unterschätzen die wahren Kosten einer selbstgebauten Website. Hier sind die häufigsten versteckten Kostenfaktoren:
Zeitaufwand
Der grösste versteckte Kostenfaktor. Ein Baukasten verspricht «in 2 Stunden online». Die Realität sieht anders aus: Die meisten Unternehmer benötigen 40 bis 80 Stunden für eine Website, mit der sie halbwegs zufrieden sind. Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 50 € sind das 2.000 bis 4.000 €, die Ihnen für Ihr Kerngeschäft fehlen.
Lernkurve
Auch wenn Baukästen «keine Programmierkenntnisse» versprechen: Sie müssen verstehen, wie man eine gute Website strukturiert, wie SEO funktioniert, wie man überzeugende Texte schreibt und wie man Bilder optimal einsetzt. Dieses Wissen eignen Sie sich nicht in einem Wochenende an.
Laufende Wartung
Websites sind keine einmalige Investition. Technologien ändern sich, Designs altern, und Security-Updates müssen eingespielt werden. Bei Baukästen ist die Wartung zwar vom Anbieter übernommen, aber Sie sind von deren Updates und Preisänderungen abhängig. Bei WordPress liegt die Verantwortung komplett bei Ihnen.
Der SEO-Strafzettel
Eine schlecht optimierte Website kostet Sie Kunden. Google belohnt schnelle, technisch saubere und mobile-optimierte Websites. Baukasten-Websites erreichen diese Kriterien oft nur unzureichend. Das bedeutet: Potenzielle Kunden finden Sie gar nicht erst. Eine unsichtbare Website, egal wie schön, bringt keinen Umsatz.
Der Hybrid-Ansatz: Template + Agentur-Anpassung
Es gibt einen dritten Weg, der oft übersehen wird: Ein professionelles Template oder UI-Framework als Basis, individuell von einer Agentur angepasst. Dieser Ansatz kombiniert die Kosteneffizienz von vorgefertigten Bausteinen mit der Qualität und Individualität einer Agentur.
Wie das funktioniert
- Die Agentur wählt ein passendes professionelles Template oder Framework als Basis
- Design, Farben und Schriften werden an Ihre Markenidentität angepasst
- Individuelle Funktionen werden programmiert und integriert
- SEO, Performance und Barrierefreiheit werden von Anfang an berücksichtigt
- Sie erhalten eine einzigartige Website zu einem moderaten Preis
Vorteile des Hybrid-Ansatzes
- Kostenersparnis gegenüber einer komplett individuellen Entwicklung (30–50 % günstiger)
- Schnellere Umsetzung: Die Entwicklungszeit verkürzt sich um Wochen
- Professionelle Qualität: Trotz Template-Basis wird die Website individuell gestaltet
- Skalierbar: Die Basis ist solide, Erweiterungen sind jederzeit möglich
- Wartung durch die Agentur: Sie haben einen festen Ansprechpartner
Dieser Ansatz eignet sich besonders für mittelständische Unternehmen, die eine professionelle Website zu einem fairen Preis wollen, ohne auf Individualität zu verzichten.
Fazit: Die richtige Entscheidung treffen
Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage «Website selber machen oder Agentur?» – aber es gibt die richtige Antwort für Ihre Situation:
Kleines Budget, einfache Anforderungen, Zeit vorhanden? Dann ist ein Baukasten wie Wix oder Jimdo eine vertretbare Lösung. Sie werden Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, aber für den Start kann das ausreichen.
Mittleres Budget, Content-Fokus, technische Grundkenntnisse? WordPress ist eine solide Wahl. Investieren Sie Zeit in die Einarbeitung oder lassen Sie die Einrichtung von einem Profi durchführen.
Die Website soll Umsatz bringen, professionell wirken und Sie wollen sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren? Dann ist eine Webagentur die beste Investition. Die Mehrkosten amortisieren sich durch bessere Conversion-Raten, mehr Sichtbarkeit bei Google und vor allem durch gewonnene Zeit, die Sie in Ihr Unternehmen investieren können.
Unsere Empfehlung: Denken Sie langfristig. Eine professionell erstellte Website hält 3–5 Jahre und zahlt sich durch bessere Sichtbarkeit, höhere Conversion-Raten und weniger Ärger aus. Betrachten Sie Ihre Website nicht als Kostenpunkt, sondern als Investition in Ihre digitale Präsenz.
Sie überlegen noch, welcher Weg für Sie der richtige ist? Wir von MOKKA beraten Sie ehrlich und unverbindlich – auch wenn dabei herauskommt, dass ein Baukasten für Sie momentan die bessere Wahl ist. Schreiben Sie uns über unser Kontaktformular und lassen Sie uns herausfinden, was für Ihr Unternehmen am besten passt.
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